Vereinsgeschichte

Gründungsmitglieder: v.l. Karl Dücker, August Balzer und Josef Werner

Im Jahr 1928 wurde der Schützenverein Traisbach gegründet. Über die ersten Jahre des Vereins sind leider durch die Wirren des zweiten Weltkrieges keine Aufzeichnungen mehr vorhanden. Bekannt ist dennoch, dass am 28 Mai 1928 die Vereinsgründungsversammlung stattfand. Hierbei wurde Josef Werner, der die Vereinsgründung maßgeblich vorangetrieben hatte, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bereits in den 30iger Jahren, so zeugen einige Urkunden, waren die Traisbacher Schützen auf Kreismeisterschaften erfolgreich. Im Krieg kam das Vereinsleben zum Erliegen.

Nach dem Krieg wurden durch die Kontrollratsgesetze 1951 das Verbot von Schützenvereinen wieder aufgehoben. Im gleichen Jahr feierte man die Wiedergründungsfeier des deutschen Schützenbundes. Auch in Traisbach beschlossenen einige der früheren Schützenbrüder, den Verein wieder aufleben zu lassen.

Oberstes Gebot: Die Pflege der Kameradschaft

Am 6. Dezember 1952 fand eine Sitzung statt, die zur Neugründung des Schützenvereins Traisbach führte. Die 29 Anwesenden wählten zum erste Vorsitzenden Josef Werner und zum zweiten Vorsitzenden Konrad Gehring. Als Kassierer und Schriftführer waren Josef Heres und Otto Heger im Amt.

Die Pflege der Kameradschaft war das oberste Gebot im neuen Verein, wie die Chroniken des Vereins berichten. Vor allem mit den Fuldaer Schützenbrüdern, die neben den Vereinen Hauswurz und Neuhof den Schützenkreis 19 bildeten, wurde gerne nach den Sitzungen das gemütliche Beisammensein gepflegt. Kamerad Müller aus Fulda wetteiferte mit unseren Traisbacher Tenoristen, wobei Traisbach im edlen Sangeswettstreit nach Punkten erheblich überrundet wurde (…) (Sitzungsprotokoll von 1953 ).

In den ersten Jahren fand der Schießbetrieb in einer Blockhütte außerhalb Traisbachs statt. Hier hatte man ab 1953 den alten KK Stand wieder aufgebaut, einen richtigen Luftgewehrstand gab es nicht. Die Traisbacher Schützen benutzten zu Übungszwecken den Gastraum der Wirtschaft „Zur Jägerlust deren Inhaber ,Magnus Werner; auch Mitglied im Schützenverein war. Bei Wettkämpfen und Meisterschaften wurde der Stand von der Küche durch den Essraum in die Waschküche aufgebaut, wobei der Schießbetrieb öfters unterbrochen werden musste, wenn Hausfrau Lioba an den Küchenschrank musste. In der Waschküche saß ein Schützenbruder, öfters auch eine Magd des bäuerlichen Anwesens für die Schussanzeige. Aber trotz der eher primitiven Schießmöglichkeiten, zeigten die Traisbacher Schützen in dieser Zeit beachtliche Erfolge

Das Leben des Vereins hing an einer Treppe

Dennoch führten diese ungünstigen Bedingungen mit der Zeit dazu, dass die Mitgliederzahlen stark zurückgingen und das Vereinsleben im Jahr 1956 fast zum Erliegen kam. Es war zwar schon länger versprochen, dass Magnus Werber den neugebauten Saal seiner Wirtschaft zur Verfügung stellt, doch der Bau der notwendigen Treppe, um in den im ersten Stock gelegenen Raum zu gelangen, wurde immer wieder hinausgezögert. Auf einer denkwürdigen Sitzung, die dem Verein sozusagen das Leben gerettet hat, schrieb Chronist Kuhn, erreichte man schließlich nach zähen Verhandlungen eine Lösung des Problems. Ganz pragmatisch verpflichteten sich einige Schützenbrüder beim Bau der Treppe zu helfen. Damit sich die Traisbacher an ihre Vereinbarungen gebunden fühlten, sollten Schützenkameraden aus Fulda ,mit denen man eine enge Freundschaft pflegte, dafür sorgen, dass die Traisbacher die baulichen Maßnahmen auch wirklich durchführten und nicht wie sonst verschoben. Mit den Worten Kamerad Knapp aus Fulda spendet den nötigen Schnaps, endet das Sitzungsprotokoll und zeigt wieder einmal, dass es heute wie früher nur auf die richtigen Anreize ankommt.

Jugendliche seit jeher stark im Verein

Im Frühjahr 1962 richtete man zwei Seilzuganlagen im Obergeschoss der Gastwirtschaft von Magnus Werner ein, der mittlerweile das Amt des 1. Vorsitzende innehatte. Zwar mussten die Schützen den Wettkampf unterbrechen, wenn jemand aus den angrenzenden Zimmern hinauswollte oder zu Bett ging, aber trotzdem führte der modernere Schießstand vor allem dazu, dass besonders Jugendliche Interesse am Schießsport fanden.

Die damals schon gute Jugendarbeit, zeigte in den folgenden Jahre bereits Früchte. Im Jahr XX nahm Franz Hillenbrand an den Deutschen Meisterschaften in München teil, aber auch auf Hessenebene machten die Traisbacher Schützen ihren Verein bekannt.

Obwohl die Kurbelanlagen eine große Verbesserung dargestellt hatten, war die gesamte Situation dennoch unbefriedigend. Denn durch Mitgliederzuwachs waren die zwei Schießbahnen zu wenig. Am 25. September 1965 beschlossen die Mitglieder ein eigenen Schützenhauses mit Kleinkaliber- und Luftgewehrständen zu bauen und das Vorhaben durch Eigenleistung und Spenden zu finanzieren.

Magnus Werner: Der Motor des Vereins

Besonders zwei Mitglieder gilt es besonders hervorzuheben. Albert Halbleib, der damalige Bürgermeister setzte sich sehr für den Neubau ein und kümmerte sich um sämtliche Formalitäten und Zuschüsse. Aber vor allem der erste Vorsitzende Magnus Werner machte sich mit seinen vielen Stunden uneigennütziger Arbeit verdient um den Verein.

Am 7. September 1969 konnten die Vereinsmitglieder die Einweihung ihres neuen Schützenhauses, zunächst ohne Kleinkaliberstand, feiern. Da man nun ein eigenes Schützenhaus zu Verfügung hatte, beschloss der Verein erstmalig wieder nach 1953 ein Schützenfest zu veranstalten. Aufgrund des großen Erfolges sollte von nun an jedes Jahr ein Fest in Traisbach stattfinden.

Nachdem der Schützenverein Traisbach nun schon über ein eigenes Haus verfügte, fehlte es jetzt nur noch an einer eigenen Fahne, um die Farben des Vereins auch auswärts repräsentieren zu können. Edgar Schultheiß und Rudi Ofenstein arbeiten gemeinsam den Entwurf aus, der uns heute als Traisbacher Fahne bekannt ist.

Auf dem Schützenfest 1971 wurde durch den damaligen Kaplan Hofmann in einem Festgottesdienst die Vereinsfahnefahne geweiht. Der Schützenverein Petersberg übernahm die Patenschaft. Zweiter Höhepunkt des Tages war die Einweihung des entgültig fertiggestellten Kleinkaliberstandes, der nach der Einweihung durch den Gauschützenmeister, zum Schießbetrieb freigegeben wurde.

Den neuen und günstigen Trainingsbedingungen ist es wahrscheinlich auch zu verdanken, dass in den Jahren darauf die sportlichen Leistungen der Schützen immer besser wurden. Zahlreiche erste Plätze auf Kreis und Gauebene, sowie vordere Platzierungen auf den Landesmeisterschaften belegen die Erfolge. Besonders die damaligen Traisbacher Jugendschützen Michael Gehring und Wolfgang Leitschuh konnten auf den Hessenmeisterschaften erste und zweite Plätze belegen.

50 Jahre Schützenverein Traisbach

Nachdem der Schützenverein Traisbach seit seiner Neugründung immer dem Kreis Fulda angehört hatte, ergab sich im Jahr 1977 eine Neuordnung. Neun Vereine darunter auch Traisbach wechselten zum Kreis Gersfeld Rhön und bestritten von da an dort ihre Wettkämpfe. Den Traisbacher Schützen waren mit dieser Neuerung nicht sehr zufrieden und intervenierten sogar beim hessischen Schützenverband, da nun die Fahrzeiten zu den Wettkampforten wesentlich länger waren.

Doch die neue Einteilung war unumstößlich und führte zu der einmaligen Situation, dass der Schützenverein Traisbach im Jubiläumsjahr 1978 das Kreisschützenfest des Kreises Fulda ausrichtete, obwohl er dem Kreis Gersfeld Rhön angehörte, weil die Zusage für das Fest bereits viel früher ergangen war. Für die Traisbacher Schützen war dies aber kein Problem. So ludt man zum feierlichen Festkommers im Saal Sondergeld in Hofbieber einfach beide Kreisschützenmeister ein; um dem 50jährigen Jubiläum einen würdigen Rahmen zu verleihen. Nach zahlreichen Reden, Ehrungen und Glückwünschen durch den Landrat oder den Patenverein Petersberg endete der Abend mit der damals sehr angesagten Band The Lidos. Eine Woche später fand das große Jubiläums-Kreisschützenfest statt. Man hatte extra neue Uniformen angeschafft, um auch richtig repräsentieren zu können – allen voran der Schützenkönig Wigbert Weider.

75 Jahre Schützenverein Traisbach

Im Jahre 2003 konnte der Verein sein 75-jähriges Bestehen feiern. Dazu gab es am 4. Juli 2003 einen Kommersabend und vom 11. bis 14. Juli wurden das Kreisschützenfest des Schützenkreises 62 Rhön sowie das Gauschützenfest des Gaubezirks 6 Fulda/Rhön ausgerichtet. Zahlreiche Gratulanten aus Sport und Politik, darunter Landrat Fritz Kramer sowie der Vizepräsident des hessischen Schützenverbandes Hans Heinrich von Schönfels, überbrachten ihre Glückwunsche.

Sportlich erfolgreich in die achtziger Jahre und das Ende einer „Ära“

Dass in Traisbach gut geschossen wird, war vielen schon bekannt, aber gerade in der Saison 1978/79 gab es besonders viele Erfolge zu verzeichnen. Die erste Luftgewehrmannschaft errang nach einem Durchmarsch in der Kreisklasse den Aufstieg in die Gauklasse. Hier hielten die Erfolge ebenfalls an, und am Ende der Runde 1979 stand Traisbach auf dem ersten Platz und schaffte in der Besetzung Andreas Zentgraf, Michael Gehring, Manfred Heres und Wolfgang Leitschuh den Sprung in die Regionalliga Ost. Auch mit der Kleinkalibermannschaft hatte Traisbach den Aufstieg in diese Klasse schon ein Jahr früher geschafft. Bei Kreis- und Gaumeisterschaften ist der Vereinsname meist auf den vorderen Plätzen vertreten. 1983 vertritt Leistungsträger Michael Gehring den Verein sogar auf den Deutschen Meisterschaften.

Nach 19 Jahren tritt Magnus Werner 1981 von seinem Amt als erster Vorsitzender zurück. Sein Nachfolger wird Harald Werner, der für die nächsten zehn Jahre den Verein führen wird.

Magnus Werner hatte bereits in den fünfziger Jahren das Amt des Kassierers und des zweiten Vorsitzenden innegehabt, bevor er den Vorstand übernahm. Kurzum war sein Wirken wie das keines anderen mit der Vereinsgeschichte verbunden. Als Magnus Werner 1984 starb, war die Trauer im Verein groß: Eine Ära ging zu Ende.

Es wird wieder gebaut

„Mitten ins Schwarze zu treffen“ blieb weiterhin eine Qualität der Traisbacher Schützen. Besonders im Kleinkaliber war 1985 als auch 1887 in der Regionalklasse keiner besser als das heimische Team. Die Mannschaft mit Wolfgang Leitschuh, Michael Gehring, Georg Klaus und Martin Merz gewann beide Male die Meisterschaft, aber der Aufstieg blieb ihnen leider verwehrt. Wie eng Freud und Leid gerade beim Sport zusammenliegen, zeigte dafür die erste Luftgewehrmannschaft. Sie musste in der Saison 85/86 leider wieder in die Gauklasse absteigen. Dennoch änderte dieser kleine Rückschlag nichts an der insgesamt sportlich sehr positiven Entwicklung. Der Vorstand um Harald Werner, der seit 1984 zugleich Kreisschützenmeister war, nahm daher das Vorhaben, den Luftgewehrstand zu erweitern, in Planung. Durch die vielen Wettkämpfe und die zahlreichen aktiven Mitglieder waren die sechs Luftgewehrstände nicht mehr ausreichend. Zwar erforderte das Bauprojekt erneut von den Vereinsmitgliedern hohes Engagement, doch schon 1988 nach zweijähriger Bauzeit fand die Einweihung des erweiterten Schützenhauses zum 60-jährigen Vereinsjubiläum durch Pfarrer Karl Josef Aschenbach statt. Der erste Kreisbeige ordnete Gerhard Möller lobte vor allem die große Eigenintiative der Vereinsmitglieder und beglückwünschte die Verantwortlichen für das rundherum gelungene Projekt. Die Trainings- und Wettkampfbedingungen verbesserten sich erheblich durch den Umbau. Vor allem der Nachwuchs, der seit 1986 von Andreas Remmert betreut wurde, profitierte von dem Umbau. Die attraktiven Trainingsmöglichkeiten und eine gute Betreuung sicherten dem Verein guten Zulauf vieler Jugendliche und bescherten dem Verein zahlreiche Erfolge.

Erfolge und Niederlagen

Konnten sich die Vereinsmitglieder am Ende der Saison 1988/89 über den Sieg der Luftgewehrmeisterschaft in der Gauklasse freuen, gab es nur ein Jahr später den Abstieg der KK- Mannschaft aus der Regionalklasse zu beklagen. Es sollte fünf Jahre dauern, ehe der Wiederaufstieg gelang. Nach zehn Jahren als erster Vorsitzender wurde Harald Werner von Theo Weischenberg im Amt abgelöst, der dem Verein bis 2005 vorstand. 1994 begann eine sehr turbulente Zeit für die erste Luftgewehrmannschaft. Die Misere begann mit dem Abstieg aus der Gauklasse. Seit über fünfzehn Jahren mussten die Traisbacher Schützen erstmalig wieder in der Kreisklasse schießen. Erst im zweiten Jahr gelang der Aufstieg. Doch am Ende der Saison 95/96 stand der Aufsteiger schon wieder auf dem Abstiegsplatz. Erst drei Jahre und drei verlorenen Aufstiegskämpfe später gelang der Sprung in die Gauklasse. Das lange Tief war überwunden.

Es darf gefeiert werden

Die allgemeine Leistungssteigerung der Traisbacher Schützen ist am Ende der 90er Jahre enorm. Neue Trainingsmethoden, moderne Ausrüstung und einmal mehr hervorragende Jugendarbeit führen dazu, dass sportliche Erfolge in Serie fast die Regel sind. Teilnahme an Hessenmeisterschaften oder deutschen Meisterschaften sind keine Seltenheit mehr. 2002 haben so viele Schützen wie noch nie am Bundesentscheid teilgenommen. Auch bei den Rundenwettkämpfen ging es stetig voran. Mittlerweile stellt der Verein sechs aktive Mannschaften. Die erste Luftgewehrmannschaft bestreitet ihre Wettkämpfe sehr erfolgreich in der Region Ost. Im Jahr 2005 wurde die Vereinsführung von Theo Weischenberg nach 14 Jahren im Amt des 1. Vorsitzenden an Lothar Heres übergeben, der die Geschicke des Vereins von da an über 12 Jahre lenkte.

Im Jahr 2017 übergab Lothar Heres dann an Christian Werner, der seither der 1. Vorsitzende ist.

Auch 90 Jahre nach seiner Gründung zeigt sich der Verein modern, ändert sich mit der Zeit und bleibt vielleicht gerade deswegen so beständig.

Neubau des Schützenhauses

Im Jahr 1965 beschließt der Schützenverein Traisbach unter seinem ersten Vorsitzenden Magnus Werner den Bau eines Schützenhauses. Dort sollen sechs Luftgewehr- und sechs KK-Schießstände Platz finden. Das Luftgewehrschießen im Vereinslokal mit seinen zwei Schießständen und das Schießen mit dem Kleinkaliebergewehr auf dem Schießstand im nahen Wald war nicht mehr zeitgemäß und behördliche Auflagen lassen sich hier nicht mehr erfüllen. Mit Bürgermeister Halbleib findet man einen Förderer des Bauprojektes. Noch im gleichen Jahr wird er als Ehrenmitglied in den Verein aufgenommen und kümmert sich während der gesamten Bauphase um die Finanzierung, Fördermittel und Behördengänge. Nach langer Vorbereitungszeit steht schließlich die Finanzierung: Den Bauplatz übergibt die Gemeinde Traisbach dem Verein in Erbpacht. Weiterhin stehen folgende Mittel zur Verfügung:

Land Hessen                                                   21.500,-DM
Kreis Fulda                                                     20.000,-DM
Landessportbund                                             9.000,-DM
Gemeinde Traisbach                                        3.995,-DM
Spenden                                                             3.300,-DM
Eigenleistung                                                  52.500,-DM
Gesamt                                                            110.295,-DM

Baubeginn ist im Frühjahr 1968. Um die gewaltige Summe von 52.500,– DM an Eigenleistung zu bewältigen, wird ein großer Teil der Bauarbeiten in Eigenregie erstellt. So wird zum Beispiel das gesamte Kellergeschoss unter der Leitung von Magnus Werner und Wigbert Weider von Vereinsmitgliedern erstellt. Das Betonieren der Decke und die Maurerarbeiten am Erdgeschoss werden von einer Firma erledigt. Das Holz für den Dachstuhl in Binderkonstruktion wird von den Waldteilhabern des Traisbacher Waldes gestiftet und selbst die Zimmerarbeiten werden, unter Anleitung eines Vorarbeiters der Zimmerei Flügel aus Langenbieber, von Vereinsmitgliedern geleistet. Richtfest ist am 14. Dezember 1968 und nach dem Dachdecken geht es an den Innenausbau. Auch hier leisten die Vereinsmitglieder wieder viele freiwillige Arbeitsstunden.

Am 7. September 1969 ist es schließlich soweit: Der erste Bauabschnitt, das Schützenhaus wird eingeweiht. Der KK-Stand wird als zweiter Bauabschnitt erst Anfang des Jahres 1971 fertig. Zur Einweihung kommen zahlreiche Gäste, unter ihnen auch Landrat Dr. Stieler, der in seiner Rede den Mut des Vereins und besonders die hohen Eigenleistungen lobt. Mit den Worten: „Möge Friede und Eintracht in diesem Hause herrschen, dann bleibt auch die innere Kraft nicht aus“, schließt er seine Rede. Der zweite Bauabschnitt, vor allem die erforderlichen Ausschachtarbeiten, gestalten sich schwieriger als erwartet. Da das Gelände sehr felsig ist, muss sogar ein Sprengmeister hinzugerufen werden. Erst nach einigen Sprengungen und vielen Tagen Arbeit mit dem Bagger ist die nötige Tiefe erreicht. Die Betonbalken und Blenden werden in Eigenleistung erstellt. Im Frühjahr 1971ist der KK-Stand fertig.

Aufstockung des Schützenhauses

Anfang der 80er Jahre wird es eng im Schützenhaus. Durch die große Anzahl der aktiven Schützen wird der Wunsch nach mehr Platz immer größer. Sowohl die sechs Luftgewehrstände als auch der Aufenthaltsraum nebst Sanitäranlagen sind nicht mehr zeitgemäß. Da sich eine Erweiterung auf einer Ebene nicht realisieren lässt, nehmen Pläne für eine Aufstockung immer konkretere Formen an. Anfang 1986 liegt schließlich eine Zeichnung und ein Kostenvoranschlag vor. Demnach stehen Gesamtkosten in Höhe von 230.000,– DM an. Der nutzbare Raum soll sich in etwa verdoppeln. Somit können 12 Luftgewehrstände im Obergeschoss eingerichtet werden. Im Erdgeschoss bewirkt der geplante Umbau eine wesentliche Vergrößerung des Aufenthaltsraumes, den Einbau einer Küche und einer Theke. Außerdem werden die Sanitäranlagen vergrößert und ein angebautes Treppenhaus ersetzt die hohe Außentreppe.

Bei den Bemühungen öffentliche Gelder für die geplante Baumaßnahme zu beschaffen, sind Albert Halbleib und Bürgermeister Quasebarth von großer Hilfe. Bei Besprechungen im Landratsamt oder im Ministerium in Wiesbaden nehmen beide zusammen mit dem Vorsitzenden Harald Werner und Ludwig Freier, der die Bauleitung übernommen hat, teil. Am Ende dieser Bemühungen steht bereits Ende März ein Finanzierungsplan. Danach stehen folgende Mittel zur Verfügung:

Eigenleistung des Vereins                           47.000,-DM
Zuwendung der Gemeinde                         90.000,-DM
Zuwendung des Landkreises                      31.000.-DM
Zuwendung des Landes Hessen                31.000,-DM
Zuwendung des Bundes                              31.000,-DM
Gesamt                                                         230.000,-DM

Die Eigenleistung gliedert sich in Hand und Spanndienste (32.000,– DM) und Barmittel (12.000,– DM). Da eine Nachfinanzierung

nicht möglich ist, soll versucht werden die ganzen 44.000,– DM mit Hand- und Spanndiensten abzugelten, damit die Barmittel für Unvorhergesehenes in Reserve bleiben. Jede geleistete Arbeitsstunde wird mit 14,– DM angerechnet. Damit wären knapp 3500 Arbeitsstunden zu leisten. Mitte August beginnen die Bauarbeiten. Zunächst stehen einige Abbrucharbeiten sowie die Ausschachtung der Fundamente für das Treppenhaus an. Bereits im September kann das alte Dach abgebaut werden und die Erdgeschossdecke wird betoniert. Noch im gleichen Monat, am 29. September, feiert der Verein das Richtfest. Wenige Tage später ist das Dach gedeckt und es kann mit dem Innenausbau begonnen werden. Da besonders hier viel in Eigenleistung erbracht wird, dauert es bis Anfang 1986 bis alles fertig ist. Die Schießstände sind jedoch schon früher nutzbar, so dass Training und Wettkämpfe ungehindert stattfinden können. Bei der Vergabe des Außenputzes wird beschlossen auf der großen freien Fläche des Treppenhauses das Vereinswappen anbringen zu lassen. Die Einweihung in 1988 findet mit einem Festakt statt.

Neue Kleinkaliber- und Luftgewehrschiessanlage

Im Rahmen eines „Tag der offenen Tür“ wurden am 15. November 2009 nach mehrmonatiger Bauzeit und viel Eigenleistung die neuen Schießanlagen für die KK- und K-Luftgewehrschiessanlage offiziell übergeben. Der 1. Vorsitzende Lothar Heres begrüßte alle Schützenvereine aus den Schießkreisen Fulda und Rhön sowie den Bürgermeister der Gemeinde Hofbieber Herrn Marcus Schafft und den ersten Beigeordneten des Landkreises Fulda Dr. Heiko Wingenfeld sowie alle Gäste aus nah und fern.

Begonnen wurde Ende 2008 mit dem Umbau der KK-Anlage. Die alten Seilzuganlagen wurden demontiert. Die Vorderwand der Standeinhausung eingerissen und die Schießbahn verbreitert. Nach dem Winter wurde der Kugelfang erneuert und der KK-Stand mit 5 vollelektronischen Schießanlagen auf den neusten Stand der Technik gebracht. Besonders zu erwähnen ist die Firma Georg Merz, die ihre Baugeräte zur Verfügung stellte.

Im Herbst wurde ebenfalls eine neue Schiessanlage für den Luftgewehrstand mit sehr viel Eigenleistung montiert. Die Investitionen betrugen ca. 50.000€, woran sich die Gemeinde Hofbieber, der Landkreis Fulda sowie der Landessportbund beteiligt haben. Bürgermeister Marcus Schafft und der 1. Beigeordnete Heiko Wingenfeld gingen bei ihrem Grußwort auf die Bedeutung und die Anfänge des Schützenvereins Traisbach in der Gemeinde und der Region ein. Beide hoben die Leistung des Vereins in der Vergangenheit und die Bedeutung für die Zukunft hervor.

Erneuerung des Gastraumes im Schützenhaus

Im Jahr 2010 wurde der Gastraum im Schützenhaus mit neuer Bestuhlung und neuer Theke ausgestattet. Anlässlich des 2010er Helferfestes am 30.10.2010 wurde die neue Ausstattung offiziell in Betrieb genommen.

Zu den größten Erfolgen der Vereinsgeschichte zählte:

Der 3. Platz bei den deutschen Meisterschaften 2011, den Wolfgang Leitschuh in der Disziplin Zimmerstutzen errang und dem deutschen Meisterschaftstitel von Luisa Günther, Annette Günther und Lea Faust.

Goldrausch für Osthessin

Luisa Günther aus Traisbach triumphiert

Das war ein unverhoffter Abschluss der deutschen Meisterschaft in den Disziplinen Gewehr, Pistole, Flinte, Laufende Scheibe und Armbrust in München. Die Hessen überzeugten an den letzten beiden Tagen mit dem Gewinn von 13 deutschen Meistertiteln. Die Zugaben waren sechs Silber- und fünf Bronzeränge. In der Gesamtbilanz belegten die Starter aus dem Bundesland zwischen Neckar und Weser nach diesem Boom genau 100 Medaillenränge. Das ist Platz zwei in der Wertung der 20 Landesverbände des deutschen Schützenbundes hinter Gastgeber Bayern.

An Luisa Günther ging kein Weg vorbei

Die Jugendliche vom SV Traisbach in der Rhön hatte am letzten Wochenende der deutschen Meisterschaft den größten Anteil an der Erfolgsbilanz der Hessen. Die Landeskaderschützin gewann gleich drei Einzeltitel mit Topleistungen: Luftgewehr mit 397, Luftgewehr-Dreistellung mit 595 und Sportgewehr liegend mit 592. Ihre Starts krönte die Aufsteigerin in den Bundeskader des deutschen Schützenbundes mit zwei Mannschaftsmedaillen: Gold im Liegend- und Bronze im Luftgewehr- Dreistellungsmatch. Die Mannschaftserfolge errang Luisa Günther zusammen mit Leah Faust aus Stärklos und Marcel Weber aus Kirberg. Das Team startete in einer hessischen Landesauswahl unter dem Namen ihrer Heimatvereine. Für Titelverteidiger Marcel Weber gab es noch eine Zugabe: Erneutes Gold im Liegendmatch der männlichen Jugend. Für Furore sorgte noch eine zweite Landesauswahl des Hessischen Schützenverbandes: Die Jugend-Startgemeinschaft Großenhausen/ Petersberg/Stärklos mit Jasmin Busse, Jasmin Fippl und Jana Heck. Die Aufsteigerinnen aus der Schülerklasse (zweifacher deutscher Mannschaftsmeister 2013) holten sich auf Anhieb eine Teammedaille für den dritten Mannschaftsplatz im Liegendwettbewerb. Die Zugabe für Jana Heck war die Silbermedaille im Einzel mit nur einem Zähler Rückstand auf Luisa Günther.